2016-11-12 | Weltcupfinale 2016 in Winterthur

Podestplatz zum Abschluss

  Winterthur: Während der amtierende Weltmeister aus Höchst den Gesamtweltcup gewann, verabschiedeten 500 begeisterte Zuschauer Marcel Waldispühl und Peter Jiricek von der internationalen Radballbühne. Der hart umkämpfte Podestplatz war ein gelungenes Ende einer eindrücklichen Ära.

 

 

 

  

Bildlegende:
Links: 3. Rang im Gesamtweltcup – ein toller Abschluss einer erfolgreichen Karriere.
Rechts: Ein letztes Abklatschen nach einem Torerfolg.

von Daniel Frei / Sportjournalist.ch

WINTERTHUR. Am Samstagabend um 20:12 Uhr war es soweit. Die Winterthurer Marcel Waldispühl und Peter Jiricek beendeten vor heimischer Kulisse ihre lange und sehr erfolgreiche sportliche Karriere. Was der 38-jährige Torhüter Waldispühl und sein 39-jähriger Feldspieler Jiricek den 500 Zuschauern zeigte, war noch einmal absolute Weltklasse. Der schwierige Turnierauftakt gelang ihnen nach Mass. Mit 3:1 bezwangen sie den Deutschen Vizemeister Obernfeld. Die Körpersprache der Gastgeber nach jedem Treffer verdeutlichte die hohe Anspannung. Ihre von Beginn weg starke Defensive war der Grundstein des Erfolges. Gegen Höchst 2 sah es lange Zeit düster aus. Winterthur fand nie richtig ins Spiel und lag zur Pause bereits mit 2:5 zurück. Zu diesem Zeitpunkt glaubten wohl nur noch die beiden Spieler selbst an einen Erfolg. Sie kamen gegen den späteren Finalisten heran und schafften 33 Sekunden vor Schluss gar den Ausgleichstreffer zum 5:5 Endstand. Damit stand Winterthur mit einem Bein im Halbfinal, vorausgesetzt es folgt keinen Ausrutscher gegen Pfungen oder Svitavka. Nach der Niederlage in der Meisterschaft setzte es gegen Trainingspartner Pfungen nur ein 3:3-Unentschieden ab. Es war nicht einmal eine Minute gespielt, lagen die Winterthurer bereits mit 0:2 in Rückstand. Diesen machten sie bis zur Pause wett und kurz nach dem Wiederanspiel ging Winterthur in Führung. Die Gebrüder Severin und Benjamin Waibel aus Pfungen blieben die hartnäckigen Gegner und verdienten sich mit dem 3:3-Ausgleichstreffer in der Mitte der zweiten Spielhälfte den Punktegewinn. Die letzte Vorrundenpartie gegen den Tschechischen Meister Svitavka war eine sichere Beute der Eidgenossen und Winterthur gewann 6:3. Damit qualifizierten sie sich fürs Halbfinale gegen den dreifachen Weltmeister Höchst mit Patrick Schnetzer und Markus Bröll. Im zweiten Halbfinalspiel setzte sich Höchst 2 über Stein klar mit 5:1 durch. Schweizermeister Altdorf verpasste wegen der schlechteren Tordifferenz die Halbfinals und traf im Platzierungsspiel auf Pfungen.

Gebrüder Waibel begeisterten

Die Gebrüder Severin und Benjamin Waibel aus Pfungen bedankten sich für die Wild Card auf ihre Weise und zeigten ihr bestes Weltcupturnier. Einzig in der ersten Partie gegen Höchst 2 mussten sie Lehrgeld bezahlen. Bis zur Pause war die Begegnung ausgeglichen. Danach nutzten die Vorarlberger die Fehler im Spielaufbau der Eidgenossen kaltblütig zum 5:2-Erfolg aus. Richtiggehend souverän spielte Pfungen gegen den Tschechischen Meister Svitavka und gewann verdient mit 4:2. Nach dem verdienten 3:3 gegen Winterthur setzte es gegen Obernfeld erneut einen überraschenden Punktegewinn ab. Mit dem 3:3 beendete Pfungen die Vorrunde auf dem hervorragenden 3. Rang und qualifizierte sich für das Platzierungsspiel um Rang 5 gegen Altdorf. In diesem Schweizerduell behielt wie erwartet Altdorf die Oberhand und gewann mit 5:2. Severin und Benjamin Waibel belegten bei ihrer ersten Weltcupfinalturnierteilnahme den hervorragenden 6. Gesamtrang und sind ein Versprechen für die Zukunft.

Dominanz von Höchst

Beide Teams aus Höchst spielten eine starke Vorrunde und setzten in den Halbfinals noch einen oben auf. König/Fischer deklassierten die aufstrebenden Cousins Gerhard und Bernd Mlady aus Stein mit 5:1. Danach kam die Machtdemonstration der amtierenden Weltmeister Patrick Schnetzer und Markus Bröll. 5:0 zur Pause und 11:3 am Ende. Die Vorarlberger spielten gegen die Gastgeber aus Winterthur eine konzentrierte und fehlerfreie Partie. Die Eulachstädter hatten keine Chance und fand nie zu ihrem Spiel.
Im Spiel um Bronze gegen den Deutschen Meister Stein wollten es die Winterthurer noch einmal wissen. In der ersten Halbzeit lagen sie zwei Mal zurück, konnten das Spiel aber vor der Pause noch drehen. In der zweiten Spielhälfte setzten Marcel Waldispühl und Peter Jiricek vor 500 begeisterten Zuschauer zur Kür an und gewannen das Spiel um den dritten Podestplatz verdient mit 7:3. Das Endspiel zwischen den beiden Teams aus Höchst musste in die Verlängerung, welche dann das Weltmeister-Duo mit 7:5 gewann. Es war nach 2014 der zweite Gewinn des Gesamtweltcups von Patrick Schnetzer und Markus Bröll.

 

Bildlegende:
Links: Erfolgreicher Corner gegen Obernfeld.
Rechts: Gemeinsam gegen den amtierenden Weltmeister Markus Bröll aus Höchst.

 

Ära geht zu Ende

Mit diesem Turnier geht eine Ära zu Ende, wie es der Winterthurer Sport selten gesehen hat. Trainer Petr Jiricek gewann mit vier verschiedenen Teams insgesamt sieben Weltmeistertitel. Sein Sohn Peter gewann drei Mal das Regenbogentrikot. Zuletzt 2009 in der ersten gemeinsamen Saison mit Marcel Waldispühl. Mit ihm spielte er 42 von 71 Weltcupturniere und gewann die Hälfte seiner 18 Siege an der Seite von Waldispühl. Bis auf wenige Ausnahmen erreichten sie jeweils die Halbfinals und dort den Sprung aufs Podest. So wie am Samstag beim letzten internationalen Ernstkampf. Am 14. Januar 2017 bestreiten Petr, Peter und Marcel in Winterthur ihr eigenes Abschiedsturnier. Ein Leckerbissen, welchen man sich nicht entgehen lassen darf…

 

Ein erfolgreiches Winterthurer Trio sagt Danke und verabschiedet sich vom internationalen Publikum.

 

Bildlegende:
Peter Jiricek: Letzter Blick auf die Matchuhr.
Marcel Waldispühl: Bye, Bye Macho.
(Bilder: Daniel Frei / Sportjournalist.ch)

 

 

 

 
 
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